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Schulstart 2021/22

Aktualisiert: 21. Dez. 2021

Bevor ich von unserem Schulherbststart erzähle, lasst mich zuerst beim letzten Schuljahr beginnen:

Dieses war, und das ist in Zeiten wie diesen, alles andere als selbstverständlich, recht entspannt bei uns.

Natürlich gab es auch bei uns weniger bis fast gar keine Projekte mit Gästen oder Ausflüge. Aber wir machten es uns in der Schule fein und waren viel in der Natur draußen.


Also freuten wir uns Anfang September auf unseren ersten Schultag, die letzten Vorbereitungen waren getroffen und das Haus auf Hochglanz von allen Schuleltern geputzt.

Wir trafen uns also das 1. Mal nach den langen Ferien, begrüßten die neuen Kinder mit ihren Familien und unsere neue Kollegin Melanie und dann-

wurde die Schule für 2 Wochen wieder geschlossen, weil einige von uns in Quarantäne mussten!

Die Enttäuschung war bei allen groß, besonders bei den Kindern, die jetzt endlich, nach langem Warten zum ersten Mal in die Schule kommen durften!

Die Älteren bekamen, wie schon im allerersten Lockdown erprobt, verschiedene Schreibideen, Englischaufgaben, Mathematikwiederholung und anderes und so blieben wir in dieser Zeit in Kontakt.

Mit zwei Wochen Verspätung ging es dann für die meisten endlich los!

Obwohl unser Team noch nicht vollständig war, wir aber von einigen Eltern wirklich wunderbar unterstützt wurden, starteten wir endlich in das Schuljahr 2021/22!

Vielleicht freuten wir uns jetzt umso mehr, wieder zusammen zu sein, da wir wussten, dass ein schöner Schulalltag nicht selbstverständlich ist?

Wie jedes Jahr dreht sich jetzt (vor allem bei den Jüngsten) viel darum, einander und die vielen Möglichkeiten, die es gibt, kennenzulernen:


Was interessiert mich?

Wer bist du?

Mit wem mache ich gerne etwas?

Wie geht es mir mit mir selbst?

Wie geht es mir mit anderen?

Kann ich spüren, was ich brauche (z.B.: spielen, jausnen, Pause machen, zeichnen, etwas schreiben, eine Kugelbahn bauen, mich bewegen…)?

Kann ich andere spüren?

Mache ich bei einem Angebot mit oder wähle ich eine andere Tätigkeit?


Das wären nur einige der Fragen, die sich Kinder bei uns jeden Tag stellen müssen.



Die Hauptaufgabe von uns Begleiterinnen:

Die Kinder und Jugendlichen in ihrem Tun zu begleiten.

Im Gegensatz zu anderen Bildungseinrichtungen geben nicht wir Erwachsenen vor, was getan werden muss, sondern die Kinder wählen aus vielen verschiedenen Möglichkeiten aus.

Wir Erwachsenen sind für den Rahmen zuständig, damit es entspannt bleiben kann.


Was ist für einzelne Kinder/Jugendlichen gerade wichtig?

Wie können wir sie dabei unterstützen?

Welches Material, Angebot, welchen Gast oder Ausflug könnten wir dazu machen?

Welche Ideen bringen wir von uns aus ein?


Eine Auswahl an Tätigkeiten, die bisher stattgefunden haben:

Wöchentliches Schulparlament, viele Kugelbahnen bauen, Puppenhaus und Pferdestallspiel, viele Spiele im Freien ( unter anderem: Fahne, Fußball, Tischtennis, abradeln, Wassermann), Hochbeet neu bepflanzen, Geburtstagsfeier, unsere Schildkröte füttern und dann für den Winterschlaf vorbereiten, die Sandkiste in Vulkane, Landschaften, Wasserrohrlabyrinthe…verwandeln, eine rege Tätigkeit gibt es in der Werkstatt, wo fast täglich neue Werke entstehen: verschiedenste Schiffsmodelle, Pferde, Specksteinarbeiten, Theaterutensilien u.v.m. (die Eltern wissen zu Hause manchmal nicht mehr wohin mit den vielen Werken…) und natürlich auch: Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen, Divisionen, Kürbisse schnitzen, Geschichten gemeinsam erfinden oder beim Erzählen zuhören und unser Jahresthema „Reisen“ wurde mit spannenden Vorträgen über Südamerika und China eröffnet.

An dieser Stelle möchte ich meine Aufzählung beenden, obwohl es noch viel mehr zu berichten gäbe!

Während es im unteren Stockwerk wie in einem Bienenstock zugeht, wo alle sehr beschäftig und emsig sind, ist es im oberen Stock meist recht ruhig. Hier widmen sich die älteren Kinder und Jugendlichen Themen wie:

Welche Referate werde ich heuer halten und wo finde ich dafür Infomaterial?

Welches Buch werde ich den anderen heuer vorstellen?

Mathematische Themen: Brüche, Prozente, Bruchterme, Gleichungen

Biologische Themen: die tierische und pflanzliche Zelle, das menschliche Auge, die menschlichen Organe

Geographie: Europa, Länder anderer Kontinente

Auch die regelmäßigen Angebote Englisch (3 Gruppen), deutsche Grammatik, Schreibgruppe, Körperwahrnehmungsgruppe (toolbox) und Geschichte werden gerne und interessiert besucht.

Wichtiges Thema ist die Reise der Sekundarias, die begonnen haben, Projekte zu planen, um Geld dafür zu verdienen. Wohin es heuer gehen wird? Wir sind gespannt!


Ich hoffe bis hierher einen kleinen Überblick über unsere ersten Wochen gegeben zu haben!


Dass es gelingt, Kindern eine Kindheit mit viel freiem Spiel, Bewegung und Natur zu ermöglichen, dass sie dabei zu sozial kompetenten Jugendlichen heranwachsen und später gut vorbereitet ihren Weg in ihren Ausbildungen und Berufen gehen, erleben wir seit 25 Jahren an der Niederhofschule.

Das Besondere ist bei uns vielleicht einfach, dass wir versuchen, neben allen Schwierigkeiten, die das Leben immer wieder bereithält, den Kindern eine entspannte, möglichst stressfreie, feine Zeit zu ermöglichen!

Denn dafür sind wir Erwachsene zuständig! Wie es uns Erwachsenen gelingen kann, in diesen bewegten Zeiten entspannt und lebensfroh zu bleiben, das wäre wieder eine ganz eigene Geschichte…


Maya Vera Wenth (Begleiterin)

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